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Der Mann kletterte über die Mauer und stand vor einem mächtigen Mammut. Bevor er noch an Flucht denken konnte, riss das Mammut sein Maul auf und rief: „Mamaaaa!“
„Warum rufst du Mama?“ fragte der Mann „bist du noch ein kleines Mädchen? Und wie groß wäre dann erst deine Mutter?“
„Nein, das ist ein Märchen“ sagte das Mammut „und es braucht mächtig viel Mut Mama zu rufen, wenn man schon erwachsen ist. Versuch es doch einmal!“
Der Mann überlegte und wand sich.
„Nein das geht nicht. Ich bin ja nicht nur erwachsen, sondern auch noch ein Mann. Und ausserdem beschäftige ich mich mit Motoren. Mächtigen Motoren. Da kann ich nicht einfach ‚Mama‘ rufen.“
„Ich bin auch mächtig“ entgegnete das Mammut „munter drauf los! Trau dich! Du brauchst nur ein klein wenig Mut.“
Der Mann drehte sich um und überlegte, ob er den Rückzug antreten und wieder über die Mauer springen sollte. Da erklang plötzlich von allen Seiten Musik und das Mammut schien im Takt ‚Mama‘ zu singen. Träumte er? Was hatte das zu bedeuten?
Dann sah er, wie die Stoßzähne des Mammuts lauter rote Pünktchen bekamen. Wie Masern.
Kann denn ein Mammut Masern bekommen, dachte er? Und im nächsten Augenblick bemerkte er, wie sich die Masern ausbreiteten. Über den Rüssel, den mächtigen Kopf, die Ohren, die säulenstarken Mammutbeine, über dem ganzen riesigen Mammut. Von dort ergoss es sich rasend schnell über den Boden und floss unter seine Füße.
„Mamaaaa!“ rief der Mann laut, dass ihm die Ohren dröhnten. Und im nächsten Moment war er munter.