Spannend – phantastisch – humorvoll

Hier finden Sie meine wahren, erfundenen und phantastischen Geschichten, sortiert nach Kategorien

Stadtgeschichten

Die neue U7 Air

„Steigen Sie nicht mehr ein!“ Tönte es aus den Lautsprechern der U-Bahnstation am Westbahnhof.
Mit lautem Krachen schloss sich hinter Klaus Wiener die U-Bahn-Tür. Zumindest in seinen Ohren klang es laut und krachend, denn nach drei Tagen und zwei Nächten Fehlersuche, wollte er nur noch nach Hause und dann ins Bett fallen. Es war zehn Uhr vormittags, die Rushhour also vorbei und deshalb fand er am Ende des Waggons einen freien Sitzplatz.

mehr lesen

Die Räuber

Irgendetwas an der Art wie sich die beiden bewegten, wie sie Gesten und kurze Worte, wie Schüsse, austauschten, warnte sie. Etwas Verbotenes lag in der Luft. Deshalb wechselte sie auf die linke Straßenseite. Versuchte so zu tun, als ob sie nichts bemerkt hätte. Entließ diese Männer aber nicht aus ihren Augenwinkeln. Möglichst aufrecht und zielstrebig, wollte sie an ihnen vorbei gehen. Denn sie musste vorbei, wenn sie nicht einen sehr großen Umweg machen wollte.

mehr lesen

Landgeschichten

Der Lawinenhund

„Wo treibt sich der Hund nur wieder herum? Kaum schneit es, ist er auch schon weg.“ Der Bauer schloss verärgert die Haustür.
„Ach lass ihn doch, du weißt ja, dass er bei dem Wetter nicht zu halten ist. Er wird schon kommen, wenn er hungrig ist“ meinte seine Frau und sah kurz von ihrer Strickarbeit auf. Dann klapperten die Nadeln über dem halbfertigen Socken lustig weiter.

mehr lesen

Hühner füttern

„Wiafüü Henna hosdn jetz?“ fragte Sepp.
„Na, so sechstausend werdns wohl sein“, meinte sein Schwager Wilhelm.
Bei so einer Zahl konnte es schon sein, dass man den Überblick verliert, dachte Sepp. Er selbst wusste genau, wieviele Hühner er auf seinem Hof hatte. Sechsundzwanzig Hennen und drei prachtvolle Hähne. Einige hörten sogar auf Namen und folgten seiner Frau auf Zuruf.

mehr lesen

Phantastische Geschichten

Das Orakel

Das Alter des Gefäßes wurde auf etwa 400 – 300 v. Chr. geschätzt und am aufregendsten daran fand sie: dieses Ding war gefüllt. Es musste etwas trockenes sein, sandartiges. Denn wenn sie die Vase bewegte, rieselte es von einer Seite zur anderen.

mehr lesen

Der Klavierhocker

Adelheid hatte ihn bei einem Spaziergang entdeckt. Unterhalb vom Ambraser Schlosspark in Aldrans. Mitten im Dorf. Er hatte gedrechselte Eichenbeine und einen bestickten Sitzpolster. Leuchtend blaue Rapportmuster und bunte Blumen, auf dunkelblauem Grund. In schönster Gobelinarbeit aufgestickt.

mehr lesen

Elterngeschichten

Das Schulheft

(655 Wörter) Das Heft eines Schülers aus dem Chemieunterricht liegt vor mir. Er mag zwölf oder dreizehn Jahre alt gewesen sein. Und ich erinnere mich dabei an meine eigenen Schulhefte. Stets waren sie gewissenhaft, fast könnte man sagen liebevoll, begonnen. Aber bei...

mehr lesen

Die Arten des Lernens

Ich war sechs Jahre alt, saß vor meinem Heft und malte wie die anderen vierunddreißig Kinder, brav meine Schlaufen und Kringel aufs Papier. Jedes Zeichen sollte möglichst die angegebene Schräglage aufweisen und dem Vorbild auf der Tafel gleichen.

mehr lesen

Fabeln

Der Radiergummi

Meine bessere Hälfte ist blau. Hellblau genau gesagt. In der Fabrik wurde mir diese Hälfte einfach angeklebt. Einfach so und ohne mich zu fragen. Und fast möchte ich sagen, bevor ich noch richtig fertig war.

mehr lesen

Der Wolf

Auf der Wiese standen etwa dreißig Schafe. Wie helle flauschige Tupfen auf dem Schwarzgrün der nächtlichen Flur. Sie formierten ich gerade für die Nachtwache. Der starke Bock und die erfahrenen Tiere aussen, die Mutterschafe und Lämmchen innen. Denn man konnte ja nie wissen.

mehr lesen

Aus dem Leben…

Mitschriften

(268 Wörter) Dabei erinnere ich mich an meine Mitschriften in Schulheften, die im Laufe eines Schuljahres immer nachlässiger und eiliger wurden. Die Schrift zeigte zunehmend das verlorene Interesse oder die Frustration am Schreiben. Oder beides gleichzeitig. Das...

mehr lesen

Die Uhr

Immer wenn ich morgens aufwache, sehe ich die alte Pendeluhr. Seit etwa drei Jahren glänzen ihre Messingteile goldfarben. Unten das vollmondförmige Ende des Pendels und ganz oben die Einrahmung des Zifferblattes. Das ist ihr einziger Schmuck. Sie ist nicht besonders selten oder kostbar oder schön, aber für mich ist sie etwas ganz Besonderes.

mehr lesen